UNSERE GARTENLUST
Am 19.April 1952, 7 Jahre nach Kriegsende, wurde beschlossen, ein Feld und Wiesengelände zw. Brüderstraße und Str. der Jugend zu einer Gartenanlage zu gestalten.
Fleißige Bürger gaben der Anlage den Namen „Gartenlust“ – sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass es Spaß macht, einen Garten zu bewirtschaften und sie große Lust darauf hatten, ihr eigenes Obst und Gemüse zu ernten. Am 07.Mai 1952 war die feierliche Eröffnung.
Es wurde ein Vorstand gegründet, Lauben gebaut, wobei die nicht wie heute aussahen, sondern eher als Unterstand bei Regen und zum Einstellen von Geräten gedacht waren. 1963 wurden zwischen den einzelnen Parzellen Zwischenzäune gebaut, Außenzäune und Elektromasten gesetzt, ein erstes Spartenheim gebaut - es war aus Holz, und da es ja nichts gab, war die Qualität gering, sodass es 1968 wegen Baufälligkeit vorerst geschlossen wurde. 1972 wurde ein Kredit von 30.000M aufgenommen, um das Spartenheim neu zu bauen. Dafür wurden auch sogenannte „Bausteine“ ausgegeben – jeder Kleingärtner konnte dem Verein eine Summe leihen – in der Regel waren das zw. 10 und 50M. Diese sollte der Kleingärtner zurück bekommen, wenn der Kredit abbezahlt ist. Der Bau des neuen Spartenheimes zog sich bis 1977.
Zum 25. Geburtstag der Anlage am 08.Mai 1977 wurde die feierliche Eröffnung als öffentliche Kantine begangen, da die Einnahmen gebraucht wurden, um den Kredit abzuzahlen. Der Weg vom Eingang zur Kneipe wurde gebaut, der bis dahin unbefestigt war und Lieferfahrzeuge im Schlamm versanken.
1979 – 1980 ist Knut Geilert Wirt der Gaststätte, bestimmt vielen bekannt als späterer langjähriger Eigentümer des Schützenhaus Fraureuth, leider 2010 verstorben. Danach kamen neben Ingo Kraus noch einige, Dieter Hohenhausen war der letzte, 2003 schloss die Gaststätte für immer und es blieb nur noch ein Vereinsheim.
Auszüge aus Vorstandssitzungen
1964 gab es eine Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner vom nächstgelegenen Bahnhof zu seinem Garten!
1972 : – es gab viele GF die in einer Weise verantwortlich waren – Baubrigade, Verantwortliche für Arbeitseinsatz, Klempnerbrigade, Frauenkollektiv, Revisionskommission – die hat jeden Monat geprüft, hauptsächlich den Wirt der Kneipe
15.2.1975 : Ausführungen zur Sicherheit – schon mehrmals ist in den späten Abendstunden nicht abgeschlossen. Diese Leichtfertigkeit begünstigt den Diebstahl, so wurde 11x in diesem Jahr in Lauben eingebrochen.
1978 Bau eines Kohleschuppens wurde mangels Beteiligung einiger GF nicht geschafft und wurde vertagt.
1979: der Zaun an der Str. der Jugend wird erneuert. Um die Kantine auf Niveau zu halten, wurde dem Wirt eine Lederschürze, 1 Kittel und 3 Hemden gekauft.
1981 : alle GF müssen einen Zwischenzähler haben, sonst bekommen sie keinen Strom
05.06.1991: Schmelzers Erben verlangen das Grundstück zurück, sie haben vor, ein Seniorenheim zu bauen. Nach langen und zähen Verhandlungen erfolgte am 16.8.1993 dennoch der Pachtvertrag auf 99 Jahre und die Eintragung ins Vereinsregister.
Auch in den letzten Jahren waren wir nicht untätig, es ist viel geschafft worden und manches auch nicht. Heute hapert es nicht am Material sondern am Geld.
Wir sollten den Zusammenhalt wieder stärken und alle gemeinsam dafür sorgen, dass unsere schöne Anlage mit Stolz den Namen „Gartenlust“ trägt.